Archiv für Oktober 2007


freiburg, eine grüne stadt - im wahrsten sinne des wortes

30. Oktober 2007 - 08:43 Uhr

Ist eine Stadt mit einem grünen Bürgermeister anders? Freiburg im Breisgau ist anders, weil dort die Grünen  schon seit einigen Jahren von den WählerInnen den Auftrag und das Vertrauen zum Regieren erhalten. Zuletzt den Oberbürgermeister, der direkt gewählt wird. Grün? Woran zu erkennen? Das Verhältnis AutofahrerInnen zu RadlerInnen und ÖV-BenutzerInnen ist eindeutig zugunsten der Umwelt. Die Straßenbahnen wurden in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut und jedes Neubaugebiet wurde von vorneherein zentral mit einer Straßenbahn erschlossen. Vauban und Rieselfeld sind zwei weitläufige Neubausiedlungen, bei denen Niedrigenergiebauweise, Nutzung alternativer Energieformen, Grünraumschutz, Autoloses bzw. Autoarmes Wohnen, eine den Bedürfnissen entsprechende Freiraumnutzung (genug Platz!) sowie Siedlungsbetreuung von Anfang an Standards sind. Graz kann sich da für die  Reininghausgründe und andere Vorhaben vieles abschauen. In Freiburg steht übrigens eine “Energie+ Siedlung”: Die Solarcity erwirtschaftet mehr Energie, als sie verbraucht. D.h. die BewohnerInnen profitieren von Einnahmen aus Energie anstatt dafür teures Geld zu zahlen. Freiburgs Innenstadt ist mehr oder weniger Autofrei und extrem lebendig. Die Straßenbahn fährt bei jeder Ampel durch und hält nur an den jeweiligen Stationen. Autos fahren immer im Nachrang. Das Fahrrad ist das Fortbewegungsmittel Nr. 1. etc…. Freiburg hatte in den letzten Jahren übrigens eine Finanzkrise wie Graz. Also ist es mit knapp über 200000 EinwohnerInnen durchaus vergleichbar. Und der Vergleich macht uns sicher: Freiburg ist grün und die FreiburgerInnen schätzen das. Graz bleibt meine Lieblingsstadt und genau deshalb braucht sie wesentlich mehr Grün:-)!

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Schon wieder ein Drogentoter…

29. Oktober 2007 - 23:07 Uhr

…und ich frage mich, ob das wirklich sein müßte? Gestern war ich im Rahmen einer Rundreise (siehe blog zu Freiburg)  in Basel. Eigentlich wollte ich meine Tante besuchen. Doch letztendlich hat mich mein Cousin entführt und mir einen Einblick in die Drogenpolitik der Schweiz gewährt. Er ist ärztlicher Leiter von “janus”, einem Drogenkonsumraum mit ärztlicher und therapeutischer Betreuung, der zur Uniklinik Basel gehört. Zu “janus” in der Innenstadt von Basel  kommen täglich an die 150 PatientInnen - jede/r zweimal - um sich Heroin zu injizieren oder in einer Kombination mit anderen Medikamenten einzunehmen. Die Einnahme geschieht unter medizinischer Kontrolle und in einer Umgangsform, die menschenwürdig ist - also nicht in irgendeinem Klo mit irgendeinem Stoff, der irgendwie - kriminell - beschafft werden musste. Und die Krankenversicherung zahlt je PatientIn täglich 3,50 Franken dazu, die KonsumentInnen selbst bezahlen täglich 7 Franken. Schwer vorstellbar für uns in Österreich, oder? Ein paar Details gaben mir aber zu denken: so ist von diesen PatientInnen in den letzten Jahren keine/r an einer Überdosis gestorben. So arbeiten an die 18 % in einem regulären Dienstverhältnis (!). So gibt es in Basel eigentlich keine Beschaffungskriminalität durch Heroinsüchtige und auch keinen nennenswerten illegalen Markt. Das Durchschnittsalter ist mit 38 Jahren hoch. Ich hab keine sehr jungen KonsumentInnen gesehen. Auch wenn es noch einige heikle Bereiche gibt, wie z.B. derzeit Kokain, für den Heroinkonsum gilt, dass es sich auch volkswirtschaftlich rechnet, wenn hier mehr in die “harmreduction” (Reduktion der negativen Auswirkungen auf KonsumentInnen), die Therapie und die Prävention als in die Repression investiert wird. Neben dem wohl wesentlichen Effekt, dass es nicht ettliche elend verreckende Süchtige im Jahr gibt wie bei uns. Ein Konsumraum und ein Umdenken in Graz sind dringend notwendig, im Sinne der Menschenwürde aber auch der Sicherheit. Für die PatientInnen genau so wie für ihre Umgebungen.

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Cynthia McKinney aus den USA bei uns im Lokal

24. Oktober 2007 - 19:06 Uhr

Zu den guten Seiten des PolitikerInnenlebens gehört die Chance außergewöhnliche und liebenswerte Menschen kennenzulernen. So auch heute. Wir konnten bei uns im Lokal in der Mariahilferstr. 23 Cynthia McKinney aus Georgia, USA begrüßen. Sie wird heute das Schlossbergfestival ELEVATEdemocracy eröffnen. Cynthia McKinney war demokratische Abgeordnete und hat als eine der schärfsten KritikerInnen der Bush(Kriegs)Politik auch außerhalb der USA auf sich aufmerksam gemacht. Die Afroamerikanerin ist eine vehemente Verfechterin der Grundrechte. Nach der Ernüchterung innerhalb der demokratischen Partei plant sie nun für die Grünen bei den Präsidentschaftswahlen 2008 anzutreten. Das Gespräch mit ihr war ein echtes Erlebnis für mich.  Sie spricht in harten aber klaren Worten über die inneramerikanischen (Unrechts)Verhältnisse und die katastrophale US-Außenpolitik. Und besticht dabei durch Temperament und Humor. Wir Grazer Grünen wünschen ihr alles Gute und weiterhin so viel Kraft - denn Amerika ist nicht Österreich, das ist mir heute wieder einmal klar geworden. Mehr über Cynthia McKinney unter www.allthingscynthiamckinney.com und  das hochinteressante Programm von  ELEVATEDEMOCRACY  bis zum 28.10. gibts auch bei uns im Lokal.

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das lokal

23. Oktober 2007 - 19:36 Uhr

Endlich: Wir haben heute unser Lokal in der Mariahilfer Str. 23 eröffnet! Wir freuen uns über Jede/n, die/der vorbei kommt. Christina Jahn, Stefan Schneider und einige andere meiner KollegInnen haben gehirnt, geplant, interessante Menschen eingeladen und sorgen für ein vielfälties, informatives und unterhaltsames Programm mit Filmen, Diskussionen, Dj-lines - selber vorbeikommen und ausprobieren. Die “Scherbe” ist unsere Kooperationspartnerin und es gibt Säfte aus biologischem Anbau sowie leckeres Hanfbier - aber keinen Konsumzwang. Und: rauchen ist bei uns nicht möglich, was zumindest alle Nikotingeschädigten freuen wird und die RaucherInnen unter uns etwas entlastet;-)) Weiterlesen »

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Menschenrechte für den Alltag

23. Oktober 2007 - 19:22 Uhr

Heute wurde im Leechwald der Grazer Menschenrechtsweg eröffnet. Eine nützliche Einrichtung für alle, die sich gerne die Deklaration der Menschenrechte in Erinnerung rufen wollen - was in einer Stadt der Menschenrechte nie schaden kann. Der Weg beginnt an der Zufahrtsstraße zum LKH und zieht sich entlang der Laufstrecke in Richtung Häuserl im Wald. Die Idee und die Umsetzung stammt von Max Auffischer, einem der sich mit seinen KollegInnen von der Kulturvermittlung Steiermark schon lange um das Thema bemüht. Also beim nächsten Lauf oder Spaziergang im Leechwald - es lohnt sich genauer nachzulesen.
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Die ÖVP hat bemerkt, dass es Frauen gibt

21. Oktober 2007 - 09:15 Uhr

Die ÖVP hat sich ein bisschen umgeschaut und bemerkt: die Bevölkerung ist auch in Graz zur Hälfte weiblich und in den anderen Parteien gibt es Frauen an wählbarer Stelle, in entscheidenden Positionen und überhaupt…. Was macht die ÖVP: sie zaubert Frauen aus dem Hut. Noch vor einer Woche glänzte die ÖVP durch gänzliche Abwesenheit von Frauen (siehe Werbebeilage der letzten Woche) und heute stellt sich der Bürgermeister als Hahn im Korb vor. Bei näherem Hinsehen bleibt: Keine Frau in vorderer Position. Die Stadträte bleiben männlich. Das Vorzugsstimmenverfahren wird Frauen mit Sicherheit benachteiligen auch die Überraschungsfrau Angelika Ratswohl, deren Verdienste um das Frauenhaus ich schätze. Und wer beobachten konnte, wie es Eva Maria Fluch ergangen ist in den letzten Jahren, die regelmäßig durch eine traditionelle Parteimännerlogik ausgebootet wurde, weiß, dass sich nicht wirklich was ändern wird. Sissi Potzinger, die gemeinsam mit Vinzenz Liechtenstein im Komitee gegen Kdolsky agitiert, weil sie sich scheiden läßt, ist ein Paradebeispiel für die ÖVP-Frauen- und Familienpolitik, die sich in der Tradition verheddert hat. Sigi Nagl hat sich mit seinem Frauenbild auch nicht gerade originell hervorgetan mit seiner Diktion von den Frauen, die ihre Kinder in Kinderbetreuungseinrichtungen abgeben, um dann im Café zu rauchen… Heute können wir ihn auf einem Bild beim Wäschewaschen bewundern. Ich wundere mich nur noch und bin wirklich gespannt, was von all den großen Tönen nach dem 20. Jänner noch gilt.

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iba die gonz oarmen leit

17. Oktober 2007 - 22:00 Uhr

 

Aus Anlass des 15. Internationalen Tages zur Beseitigung der Armut haben wir uns heute etwas Besonderes einfallen lassen. Mit KollegInnen aus dem Landtag und KandidatInnen aus dem Team für die Gemeinderatssitzung haben wir am Hauptplatz auf dem Grünen Sofa Platz genommen und fast zwei Stunden lang kurze Texte zum Thema Armut für Vorbeieilende und Verweilende gelesen - Statistisches, Poetisches, Wissenschaftlichtes, Trauriges aber auch Unterhaltsames.  Besonders empfehle ich Christine Nöstlingers “iba die gonz oarmen leit” - auch als Vorlesestoff für die Kinder - sie hat mit viel Gespür das Lebensgefühl von Menschen erfasst und in lesenswerte Gedichte verpackt. 

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Radio Helsinki und ich

17. Oktober 2007 - 16:26 Uhr

Ein sehr gemütliches, persönliches und aufschlussreiches Frühstück mit Radio Helsinki:

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Haben Sie gewußt, dass ….

15. Oktober 2007 - 21:12 Uhr

…. wir ein miserables Ökostromgesetz haben, das den Ausbau von Ökostromanlagen zum Erliegen gebracht hat und dadurch weder das EU-Ziel 78% noch das Österreichziel 80% erneuerbare Energie in der Stromerzeugung erreicht wird?

…. im österreichischen Energiemix die fossilen Energieträger noch immer sehr dominant sind: 42% Erdöl, 24 % Erdgas, 12% Kohle. Der Anteil erneuerbarer Energieträger 2005 nur bei knapp über 21% lag?

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alles marathon

14. Oktober 2007 - 16:14 Uhr

Noch nie bin ich bei einem Marathon oder sonstigen Laufevent mitgelaufen. Obwohl ich gerne laufe. Heuer bin ich von “run4unity” eingeladen worden, für einen guten Zweck beim Grazer Marathon dabei zu sein. Es ging darum, Unterstützung für eine Schule in einem Slum von Mumbai zu “erlaufen”. 550 junge Leute sind für “run4unity” an den Start gegangen - mehr zur Schule “udisha” und dem Projekt dahinter unter: www.lifstyle4peace.org Und überhaupt muss ich alle meine Vorurteile gegenüber Megalaufevents in diesem Falle revidieren: Mit tausenden Menschen - Frauen und Männern in allen Altersstufen - durch unsere Stadt zu laufen, das hat was und es macht wirklich Spass. Vor allem ist es neben der sehr freundlichen Stimmung der absolute Genuss, wenn alle wichtigen Straßen für den Autoverkehr gesperrt sind und so dem freien “Menschenverkehr” zur Verfügung stehen. Das kann ruhig öfter der Fall sein.
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