29. März 2008 - 10:29 Uhr
Wenn wir Homos heiraten, dann geht die Welt unter. So die Befürchtung des katholischen Familienverbandes, zumindest der Sprecherin Sissy Potzinger. Nun haben sich Schüssel und Molterer in der Frage der standesamtlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare etwas zurückgelehnt und lassen unsere Gemeinderätin Potzinger die Diskussion austragen. Wie wir sie kennen, stürzt sie sich mit wehenden Fahnen ins Gefecht und appelliert an den Schutz der Jugend, der Familie und überhaupt all der Dinge, die “uns“ heilig sind.
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26. März 2008 - 01:27 Uhr
wie z.b…. meinen Blog zu schreiben. Seit letzter Woche bin ich im “Amt” und entsprechend dicht ist mein Leben und so wird es auch weitergehen. Da heißt es dann entscheiden, ob ich nun die Wäsche mache oder doch lieber einen Beitrag für meine Homepage schreibe. Die Wäsche ist schon trocken und wird noch einen Tag warten können. Der Blog muss - so die ExpertInnen - regelmäßig betreut werden. Das “muss” ist natürlich zu hinterfragen - aber sie ist mir auch wichtig, diese Form der Kommunikation. Mir scheint es verhält sich ein bisschen so, wie mit den Zimmerpflanzen. Diese sind bei mir auf ein karges Leben eingestellt - sind sie aber einmal daran gewöhnt, geht es ihnen gar nicht so schlecht. Mein ältester Stock, wilder Wein, begleitet mich nun doch schon seit 23 Jahren - eine Freude und auch Ausnahme ;-). Und ganz stimmt der Vergleich ja nicht: ich habe nicht vor, 23 Jahre lang zu bloggen, denn die Form der Kommunikation ändert sich etwas schneller als unsere Art, Pflanzen zu pflegen oder eben die Tatsache, dass die Wäsche wirklich regelmäßig erledigt werden MUSS - auch wenn uns heute die Waschmaschine viel Arbeit abnimmt. Wobei die Dimension Wäsche wiederum davon abhängt, wer wieviel Wäsche verbraucht. Da sind wir als drei-Frauen-Haushalt sicher aufwändiger als so mancher Singlehaushalt - wenn auch sparsam dank Zeitmangel. Und die Übertragbarkeit zwischen allen Beteiligten erspart uns so manches Warten. Ein paar Shirts wechseln ziemlich unkompliziert - nach dem Prinzip, was da ist, ist da. Und: meine Töchter sind immerhin so weit, dass sie eine Waschmaschine selbst bedienen können, wenn es ihnen reicht. Auch nicht schlecht. Und notwendig, wenn das Werkel laufen soll 
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15. März 2008 - 13:29 Uhr
…in meiner Traumstadt
Wer immer mir vor drei Monaten erzählt hätte, dass auch das ein Ergebnis unserer Wahl sein könnte, hätte mein absolutes Unverständnis geerntet. Nach hartnäckigem Widerstand von Seiten der SPÖ (sehr unterstützt von FPÖ und BZÖ) die sich nicht damit abfinden will, dass wir uns für eine klare Zweierkoalition mit der ÖVP entschieden haben, wurde ich gestern zur ersten grünen Vizebürgermeisterin von Graz gewählt.
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12. März 2008 - 00:19 Uhr
Mutter kommt abends müde heim und nimmt sich vor, die E-mails schnell zu bearbeiten. Kaum sitzt sie am PC, kommt die 14-jährige Tochter und meint “bitte lass mich ganz kurz ins Internet”. Nun, ganz kurz bedeutet, dass es sich nicht auszahlt, in der Zwischenzeit etwas anderes zu beginnen, meinen die Naiven. So naiv ist sie nicht mehr, also wäscht sie inzwischen ab. Fünf Minuten danach: “Bitte mein Schatz, ich möchte da rein” - ”Gleich, Mama“. Nach weiteren zehn Minuten die Mutter: ”Ich bin müde und will das erledigen, tu weiter!” “Jaa, Mama, ich steig ja schon aus” die Tochter seelenruhig mitten im Chat. Die müde Mutter setzt sich mit der Post auf das Sofa; nach weiteren 10 Minuten stellt sie sich und der Tochter die Frage, warum “ganz kurz” so lange dauert? “Ich bin ja gleich fertig, ich muss da noch schnell antworten” Die Mutter legt die Füße hoch, lehnt sich zurück und dämmert weg. Zwanzig Minuten später wacht sie wieder auf: “Bist du immer noch da dran! Jetzt reicht es mir aber wirklich!” “Ja, wenn du sowieso schläfst!”. Stimmlage der Mutter erhöht: “Raus jetzt, das ist mein Computer!” Tochter mit kühler Stimme und ganzer Ruhe: “Gleich, Mama” usw. usw…
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9. März 2008 - 20:00 Uhr
Nun wird - nicht unerwartet - der Vorwurf der SPÖ breit aufgegriffen: “Die Grazer Grünen verfallen dem Machtrausch” - so ist zu lesen und viele werden denken: “ …so ist das mit den Grünen, kaum sind sie dabei, sind sie genau wie alle anderen..” Ich kann zwar keine letztgültigen Garantien übernehmen, aber einiges dazu zu sagen gibt es schon. Hier also ein paar Informationen, auch wenn unsere Regierungsbeteiligung tatsächlich bedeutet, dass wir nun bewußt mehr (Gestaltungs)Macht übernehmen - dafür haben wir uns entschieden.
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8. März 2008 - 18:51 Uhr
Angesichts der Großkoalitionären Krisen im Bund und auch im Land Steiermark kommt ganz logisch die Anfrage: ist grün-schwarz auch eine Option für den Bund? für das Land?
Zur Bundespolitik: Ich möchte eindringlich davor warnen, dieses Modell einfach so zu übertragen. Die Bundespolitik hat andere Gesetzmäßigkeiten im wahrsten Sinne des Wortes - dort werden die gesetzlichen Grundlagen geschaffen, die das Zusammenleben gestalten. Und WO IMMER GRÜN mit SCHWARZ verhandelt, muss geklärt sein, wie hoch der Preis ist und um WELCHE POLITIK es geht. Nur weil wir es in Graz geschafft haben, gut zu verhandeln ist noch nicht gewährleistet, dass wir das A auch gut umsetzen werden und B wird damit kein Automatismus erzeugt.
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4. März 2008 - 21:52 Uhr
Die letzten Tage und Wochen waren anstrengend und spannend zugleich. Bis zum Freitag war für uns offen, ob wir wegen des ECE (Einkaufszentrums am Bahnhof) noch aussteigen. Diese Frage wurde dann doch noch im Sinne eines guten - und nicht faulen - Kompromisses geklärt und so haben wir wohl überlegt nach intensiver Diskussion innerhalb der Delegiertenversammlung der Grazer Grünen (mit 86% Zustimmung) ein Koalitionsabkommen mit der ÖVP abgeschlossen.
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4. März 2008 - 14:50 Uhr
Anbei findet ihr die Kurzversion der Koalitionsvereinbarung. Der Langtext bedarf noch einiger kleiner Überarbeitungen und wird gegen Ende dieser oder spätestens am Anfang der nächsten Woche zur Verfügung stehen. koalitionsvertrag.pdf
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