29. März 2008 - 10:29 Uhr
Wenn wir Homos heiraten, dann geht die Welt unter. So die Befürchtung des katholischen Familienverbandes, zumindest der Sprecherin Sissy Potzinger. Nun haben sich Schüssel und Molterer in der Frage der standesamtlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare etwas zurückgelehnt und lassen unsere Gemeinderätin Potzinger die Diskussion austragen. Wie wir sie kennen, stürzt sie sich mit wehenden Fahnen ins Gefecht und appelliert an den Schutz der Jugend, der Familie und überhaupt all der Dinge, die “uns“ heilig sind.
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15. März 2008 - 13:29 Uhr
…in meiner Traumstadt
Wer immer mir vor drei Monaten erzählt hätte, dass auch das ein Ergebnis unserer Wahl sein könnte, hätte mein absolutes Unverständnis geerntet. Nach hartnäckigem Widerstand von Seiten der SPÖ (sehr unterstützt von FPÖ und BZÖ) die sich nicht damit abfinden will, dass wir uns für eine klare Zweierkoalition mit der ÖVP entschieden haben, wurde ich gestern zur ersten grünen Vizebürgermeisterin von Graz gewählt.
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1. Februar 2008 - 10:04 Uhr
Nachdem im Wahlkampf wiederholt von der unbekannten Spitzenkandidatin die Rede war, ist das nun umgekehrt. Und plötzlich ist Frau Rücker eine allseits bekannte Person des öffentlichen Lebens. Das hat mindestens zwei Aspekte: Einerseits ist es wirklich sehr nett, derzeit durch die Stadt zu gehen und zu radeln. An jeder Ecke werde ich - immer überaus freundlich - angesprochen und es wird mir und uns Grünen viel Glück gewünscht - für die Zukunft, das Verhandeln, die neue Rolle, was immer. Gleichzeitig wird die Stadt wesentlich kleiner, denn es gibt kaum mehr Raum für schützende Anonymität - die ja auch ein Vorteil vom Leben in der Stadt ist. Nun will ich mich nicht beschweren: Erstens hab ich mich ja bewußt darauf eingelassen und zweitens wollten wir ja, dass “die Rücker” bekannter wird. Die zu bleiben, die Frau ist, ist in diesem Fall eine große Herausforderung. Auch, wenn ich einen Teil der privaten Lisa Rücker öffentlich gemacht habe, heißt das, dass ich an konkreter Stadtpolitik gemessen werden will und nicht daran, wie ich mein privates Leben gestalte. Mein Outing hatte gute gleichstellungs-politische Gründe, und aus den vielen Rückmeldungen weiß ich, dass dies ein wichtiger Beitrag war für das Sichtbarmachen von Lesben und Schwulen.
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3. Dezember 2007 - 21:45 Uhr
Am Samstag hat ASFINAG Vorstandsmitglied Karl Schierhackl im Mittagsjournal auf Ö1 einen schwierig zu ergründenden Zusammenhang zwischen dem nicht bewältigten Schneechaos auf der A 21, den geplanten Einsparungsmaßnahmen und Homosexuellen hergestelllt. Er meinte: „Ich hab mir noch alles vorstellen können, außer Homosexualität.“ Wirklich logisch dieser Zusammenhang: Also an alle Lesben und Schwulen, ohne uns gäb es vielleicht weniger Schneechaos, oder Schulden oder überhaupt… Oder gibt es noch einen anderen Ursache-Wirkungszusammenhang, den ich nur nicht verstanden habe? Also alles was recht ist, aber bei dem Herrn scheint es um ein paar unbewältigte Ängste zu gehen. Einfacher hat es da schon unser Bürgermeister, der am Wochenende in einer Zeitung wieder einmal klar gestellt hat, dass für ihn die Homoehe nicht gut vorstellbar sei, ist ja auch kein Wunder, schließlich scheint er ja hetero zu sein
Aber diese weitere Distanzierung zu Homosexuellen ist ja aus dieser Perspektive noch nachvollziehbar, früher wollte er ja auch für uns beten. Für alle, die weniger Probleme haben und einen netten Abend mit dem Film “Mambo Italiano”, anschließender Diskussion und Festl vorziehen, seien herzlich eingeladen! Am Mittwoch, 5.12. ab 19 h haben wir einen lesbischwulen Abend in unserem Lokal gemeinsam mit Marco Schreuder von den Grünen Andersrum aus Wien. Eingeladen sind ALLE, ohne Ein- oder Ausgrenzung bzgl. sexueller Orientierung oder sonstiger “Eigenheiten”, nur halt bitte keine Angst haben vor uns
Also wir sehen uns im Lokal, Mariahilferstr. 23
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2. Oktober 2007 - 08:14 Uhr
Die ÖVP hat einen offensichtlich schwierigen Diskussionsprozess hinter sich. Meint frau/man. Die ÖVP hat sich viel eher noch weitere Diskussionen eingehandelt, weil sie sich noch immer nicht entschieden hat, ob sie nach vorne oder rückwärts gehen soll. Die Entscheidung, die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgenderpersonen einen Schritt weiter zu bringen, ist ein Zugeständnis an die Realität auch in den eigenen Reihen und längst fällig, wenn auch noch nachzubessern. Gleichzeitig will sie sich diesen “mutigen” Schritt aber teuer abkaufen lassen. Warum glaubt die ÖVP eigentlich immer noch, dass sie die Ehe und die Familie retten kann, indem sie ihr gestrige Werte zuordnet? Das EhegattInnensplitting ist in fast keinem europäischen Land mehr Usus - es fördert die Abhängigkeit der (meistens) Partnerin, also kein Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern. Auch mehr Zugangshürden zum Schwangerschaftsabbruch sollen die heile Familie stärken. Irgendwie wirds Zeit, dass die ÖVP weiß, ob sie in der Gegenwart ankommen will. Noch hat sie sich nicht entschieden.
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24. September 2007 - 09:42 Uhr
Herr Dr. Schaller hat sich unter den Auspizien des Bundespräsidenten geoutet. Das ist bei uns immer noch mutig und beachtlich. Mit seinem Vergleich mit Bayern hat er auf einen Zustand hingewiesen, der uns Homo- undBisexuellen sowie Transgenderpersonen in Österreich wirklich schon ziemlich auf die Nerven geht. Weit konservativere Länder dieser Welt schaffen, was hier nicht sein kann, weil es nicht sein darf. Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen und damit endlich ein Ende der Diskriminierung - was ist das schlimmste das geschieht? Dass ein paar Menschen mehr ihren persönlichen Lebensentwurf frei und uneingeschränkt leben können? Welche Bedrohung!
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