ölpreisschock und wie weiter?

Ich erinnere mich an die frühen 70er und die damalige “erste” Ölkrise: Ein Pickerl am Auto hat darauf hingewiesen, wer an welchem Tag das Auto freiwillig nicht verwendet, bei uns war es glaub ich der Dienstag.

…und 2008: die Panik über den nicht mehr ganz überraschenden Anstieg des Ölpreises führt zu folgenden Reaktionen: “Die Ölfirmen sind Raubritter, der Staat (sic!) muss eingreifen und regulieren (siehe da, wie sich der freie Markt schnell in einer Sackgasse befindet), die PendlerInnenpauschale muss erhöht werden, das Kilometergeld etc….” Auch wenn ich nicht leugnen will, dass das Autofahren für manche Menschen wirklich existentiell notwendig ist und manche gar nicht drauf verzichten können, weil sie eben wohnen, wo sie wohnen oder weil die Zeiten des Öffentlichen Verkehrs nicht zusammenpassen mit den Arbeitszeiten ….

…. im ganzen Wehgeklage hat sich noch kaum jemand gefunden, um auf die einzige Alternative innerhalb der Stadt zu verweisen: Das RAD, billig, flexibel, gesund, schnell und unabhängig vom Ölpreis.

Der Fahrradgipfel letzte Woche in Odense/Dänemark hat neben vielen kleinen und großen Ideen die Erkenntnis gebracht, dass viele Städte das Rad wiederentdecken, aber nicht nur aus Gründen des modischen Trends auf das Rad als Verkehrsmittel setzen (müssen). Es geht für viele schon längst um eine soziale Frage und somit läuft das Rad womöglich Gefahr, als “armseeliges” Fahrzeug übrig zu bleiben. Das hat das Fahrrad nicht verdient und auch nicht die Menschen, die das Rad verwenden - im Alltag, zur Arbeit, zum Einkaufen und auch in der Freizeit. Jede/r RadlerIn trägt neben den FußgängerInnen zur besseren Lebensqualität in der Stadt bei. Das kann gar nicht oft genug ausgesprochen werden. Vielleicht trägt der Ölpreisschock etwas schneller zu einer entspannteren Bewegung in der Stadt bei und bringt uns gleichzeitig dazu, das Rad wieder in den Vordergrund zu rücken.

Wobei niemals auf die FußgängerInnen zu vergessen ist! Auch sie leisten ihren Beitrag zum besseren Zusammenleben in der Stadt und sparen sich dabei so einiges - ist das doch die kommunikativste Form, sich fortzubewegen ;-) - unbedingt ausprobieren, grade jetzt, wo der Sommer da ist!

Kategorie: Umwelt, Verkehr, Stadt, Die Grünen |

Eine Reaktion zu “ölpreisschock und wie weiter?”

  1. Corinna

    Stimmt, ich kann es immer wieder nicht fassen, wie viele Menschen selbst bei guter Infrastruktur und Bus- und Bahnstationen direkt vor der Haustür trotzdem selbst für die kürzesten Wege ins Auto steigen! Dabei geht es zu Fuß oder mit dem Rad wirklich genauso gut und schnell — und das mit der kommunikativsten Form, sich fortzubewegen, ist auch richtig — ich bilde mir ein, selbst als Zugezogene in meinem Umfeld viel mehr Leute zu kennen, als andere, die schon ewig hier wohnen, aber immer mit dem Auto fahren.

    LG,
    Corinna


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